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Exporttag in Tirol

Russland im Aufschwung − logo_wk_tirol

Das neue Land der unbegrenzten Geschäftsmöglichkeiten

Bereits zum vierten Mal lud die Wirtschaftskammer Tirol zum Exporttag. Der Abend stand dieses Mal ganz im Zeichen Russlands.

Russland ist mehr als Matrjoschkas, Wodka und der Kreml. Das war am Exporttag, zu dem die Wirtschaftskammer Tirol eingeladen hatte, gleich klar. Der Abend stand ganz im Zeichen Russlands, dem „neuen“ Land der unbegrenzten Möglichkeiten.


„Russland ― neues Land der unbegrenzten Möglichkeiten?“ lautete auch der Titel des Vortrags von Dietmar Fellner, dem österreichischen Handelsdelegierten in Moskau. „Anstelle dieser Frage würde ich heute sagen: Russland, das Land der vielen guten Möglichkeiten!“ Fellner empfiehlt den Tiroler Unternehmern, sich den russischen Markt genauer anzuschauen. Russland biete für Geschäfte ein höheres Potential, als jedes andere Land in Mittel- und Osteuropa: „Die Österreicher sind für die Russen beliebte Geschäftspartner. Gerade Tirol ist ein immer beliebteres Urlaubsland der Russen.“ Russland ist ein Land mit ungeheurer Dimension. „Für die einen ist es das Land, das man meiden muss, für die anderen das Land für tolle Geschäfte“, so Fellner.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus
Vorbereiten müsse man sich auf ein Russland-Geschäft allerdings gut. Fellner spricht vom „Faktor 4“: „Es dauert viermal so lange, mit Russland ein Geschäft abzuschließen, als etwa mit Deutschland.“
„Wenn das Geschäft dann aber läuft, ist es äußerst lukrativ“, weiß Thomas Leissing vom Unternehmen Egger in St. Johann zu berichten. Der Tiroler Holzwerkstoff-Hersteller betreibt seit 2005 ein Werk mit 300 Mitarbeitern nördlich von Moskau. „Die Rohstoffe sind günstiger, auch die Lohnkosten.“
Abschließend betonte Fellner: „Die Weltwirtschaftskrise hat Russland besonders hart getroffen, es gibt nun aber wieder positive Signale.“

Putin als guter Zar
Der Innsbrucker Universitätsprofessor und Russland-Experte Gerhard Mangott blickte in seinem Vortrag auf die vergangenen Jahrzehnte Russlands zurück, sprach unter anderem von Wladimir Putins Erfolgsprojekt, Wirtschaftswachstum wieder sicherstellen zu können, vom Rückgang der Auslandsschuld und von der unbegründeten Angst vor dem Übergang Putin ― Medwedjew. „Ich hatte vor wenigen Monaten selbst die Gelegenheit, Dimitri Medwedjew nach seinem Verhältnis zu Putin zu fragen. Er sagte: wir sind keine Freunde, aber wir haben ein sehr enges Vertrauensverhältnis“, berichtet Mangott. Beide, Putin und Medwedjew, seien populär. Durch die Krise hätten sie zwar gelitten, aber nicht essentiell. „Eine Erholung von der Krise ist spürbar, wenn auch eine sehr sehr langsame“, so der Russland-Experte. Abschließend meint Mangott: „Die Russen leben unter einemExporttag_Tirol guten Zaren, unter Putin.“

Raiffeisen unterstützt KMUs bei Exportgeschäften
Auch Hans Unterdorfer, Vorstand der Raiffeisen Landesbank Tirol, möchte die Tiroler nach Russland bringen. „Für uns ist es ganz wichtig, auch Klein- und Mittelbetriebe zu animieren, Geschäfte in Russland abzuschließen. Wir haben eine Brückenkopf-Funktion für Klein- und Mittelbetriebe. Wir haben die Infrastruktur, wir haben die Kontakte“ wirbt Unterdorfer für Raiffeisen.

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten Unterdorfer und Julia Vitaslavsky vom Büro der Stadt St. Petersburg in Österreich mit einer Unternehmerrunde über ihre Erfahrungen im Russlandgeschäft.
Max Kogler von Buderus Tiroler Röhren, Klaus Ebner von MK Illumination sowie Thomas Leissing von der Egger Gruppe konnten die Feststellungen, Berichte und Empfehlungen ihrer Vorredner aus ihren eigenen Erfahrungen heraus durchaus bestätigen.

Großes Interesse beim vierten WK-Exporttag
Für die rund 160 interessierten Unternehmer, die zum Exporttag in die WK Tirol gekommen waren, war der Tag eine Bereicherung. Die Exportquote insgesamt beträgt in Tirol schließlich nicht weniger als 42 Prozent, bzw. 67 Prozent, wenn auch die Dienstleistungen mitgerechnet werden. Die Hauptmärkte sind Deutschland mit 29 Prozent, Italien mit 13 Prozent und die Schweiz mit acht Prozent. Russland folgt an 15. Stelle, von 2007 auf 2008 sind die Tiroler Exporte in das größte Land der Erde um rund 24 Prozent gestiegen.

attb9ed2WK-Präsident Jürgen Bodenseer, der österreichische Handelsdelegierte in Moskau Dietmar Fellner, Journalistin Judith Hornok, die den Abend moderierte, und Univ.-Prof. sowie Russland-Experte Gerhard Mangott (von links) vor der „ExportierBar“ in der WK Tirol.

Fotonachweis: Frischauf-Bild

 

 

 

 

 

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Max Kloger, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Röhren- und Metallwerke, WK-Präsident Jürgen Bodenseer, Julia Vitoslavsky Leiterin des Büros der Stadt St. Petersburg in Österreich, Klaus Ebner, Verkaufsleiter für Ost- und Mitteleuropa bei MK Illumination, RLB-Vorstand Hans Unterdorfer und Thomas Leissing, Sprecher der Geschäftsführung der Egger Gruppe.

Fotonachweis: Frischauf-Bild

 

 

 

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Wirtschaftskammer Tirol
Pressestelle
Mag. Claudia Kirchmair
T 05 90 90 5-1420
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W wko.at/tirol


Innsbruck, 18. November 2009